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Digitaler Cleanup – Befrei dich von digitalem Müll

An illustration of a trash bin and an arrow directing into the bin.

In einem Jahr häuft sich viel an. Auch digitaler Müll. Mistest du regelmäßig aus? Löschst du immer mal wieder deinen Papierkorb? Wie viele Dateiversionen liegen bei dir rum? Hast du alles doppelt und dreifach auf Laptop, externer Festplatte und Cloud?

Mach dich frei von altem Daten-Ballast und starte leichtgewichtig in’s neue Jahr.

Warum solltest du deinen digitalen Space ausmisten?

Jeder Klick im Web sorgt für CO2-Emissionen. Wie? Jeder Klick startet einen Dialog mit Datencentern, die mit einer riesigen Menge an Strom gespeist und mit Unmengen von Wasser gekühlt werden. Die Internetnutzung ist in den letzten Jahren bereits exponentiell gestiegen und hat dieses Jahr ein neues Allzeithoch erreicht. Über 8 Millionen Datencenter versorgen uns mit allerlei Daten. Und diese Daten können wir reduzieren. Jede:r einzelne von uns.

Zwei Fragen, die du dir während des Cleanups stellen solltest

Beantworte dir beim Aufräumen die folgenden Fragen.

  • “Brauche ich dieses Dokument, Bild, diese E-Mail usw. wirklich?”
  • “Welchen Wert haben diese Daten für mich?” (Tipp: Es kann auch ein emotionaler Wert sein.)

Miste deine E-Mails aus.

Etwa 4g CO2 verbraucht eine reguläre E-Mail, etwa 50g CO2 eine E-Mail mit größeren Anhängen (besagt eine Studie von Ericcson).

Sortiere aus, was nicht mehr gebraucht wird, leere den Papierkorb und melde dich von Newslettern ab, die du eh nicht mehr liest. Fang an mit alten E-Mails und E-Mails mit großen Datenanhängen. Dann hast du schnell viel mehr Platz im Postfach.

  • Lösche E-Mails, die du nicht mehr brauchst, z. B. alte E-Mail-Threads (behalte nur die neueste, wenn nötig), Abwesenheitsantworten, E-Mails mit großen Datenanhängen, Marketing-E-Mails oder E-Mail-Benachrichtigungen von LinkedIn, Meetings, Tools, Social Media, Terminen. Suche nach Absender, Datum, Größe oder Betreff, wähle alles aus, prüfe, ob etwas Wichtiges dabei ist, und lösche.
  • Lösche Entwürfe.
  • Lösche Spam.
  • Blockiere unerwünschte E-Mail-Absender.
  • Melde dich von Newslettern ab, die du schon lange nicht mehr geöffnet hast.
  • Leere den Papierkorb.
  • Entferne Bilder und Grafiken aus deiner Signatur, um die Datenmenge zu reduzieren.

Räum deine Cloud auf.

Überlege, was du wirklich in der Cloud brauchst, was doppelt abgelegt werden muss und was einfach gelöscht werden kann. Fang mit den größten und ältesten Dateien an und arbeite dich so langsam vor. In privaten Clouds liegen unfassbar viele Daten, die für dich vordergründig nix kosten, aber durch die intensive Servernutzung für sehr viel unnötige CO2-Emissionen sorgen.

  • Entrümple deine Daten, z.B. alte Versionen von Dokumenten, Duplikate, Daten, die du nicht mehr brauchst.
  • Wechsle zu einer grüneren Cloud, z.B. zu einer Cloud auf einem grünen Server (z.B. Nextcloud) oder wenn du nicht selbst eine Cloud hosten willst, wechsle von Dropbox/Amazon zu Microsoft (OneDrive) oder Adobe. Auch Google ist in Bezug auf die ökologische Nachhaltigkeit in Ordnung, aber nicht so sehr, wenn es um den Datenschutz geht.
  • Migriere deine Daten auf eine externe Festplatte. Wenn es keinen Grund gibt, sie in der Cloud zu speichern, migriere sie auf eine externe Festplatte. Z.B. hochauflösende Bilder auf die du nicht ständig zugreifen musst.

Befreie deinen Laptop von Daten.

Bereinige deinen Laptop von alten und großen Daten. Vielleicht liegen irgendwo 10 Archiv-Versionen einer Datei ab, ist der Papierkorb prall gefüllt und ist im Download-Ordner ein buntes Potpourri an unnützen Dateien. Lösch sie und mach dich frei von altem Ballast.

  • Entrümple deine Daten, z. B. alte Versionen von Dokumenten, Duplikate, Daten, die du nicht mehr brauchst, Download-Ordner, Dokumenten-Ordner, Bilder, Videos, Musik, etc.
  • Leere den Papierkorb.
  • Säubere deinen Browser, z. B. Cache und Verlauf löschen, Lesezeichen entrümpeln, alle Tabs schließen, unnötige Browsererweiterungen rausschmeißen.
  • Überprüfe deine Benachrichtigungen, z. B. schalte E-Mail- und Software-Benachrichtigungen stumm, die deine Konzentration herausfordern, und stelle eine Ruhezeit ein.
  • Führe Updates durch, z. B. Software- und System-Updates.
  • Deinstalliere Software, die du nicht mehr verwendest.
  • Migriere deine Daten auf eine externe Festplatte. Wenn es keinen Grund gibt, sie auf dem Laptop zu haben, migriere sie auf eine externe Festplatte. Z.B. hochauflösende Bilder, auf die du nicht häufig zugreifen musst.
  • Optimiere die Ordner- und Dokumentenstruktur. Schaffe eine Struktur, mit der du wirklich arbeiten kannst.

Befreie dein Smartphone von Daten.

Gerade dieses Jahr wurden wahnsinnig viele Bilder über Signal, WhatsApp und Co. verschickt. Einige der Messenger speichern diese im Smartphone-Ordner ab. Brauchst du die wirklich alle noch oder kannst du davon etwas löschen?

  • Entrümple deine Daten, z.B. Bilder, Videos, Musik, alte Versionen von Dokumenten, Duplikate, Daten, die du nicht mehr brauchst, Download-Ordner, etc.
  • Entrümple deine Messenger-Chats, z.B. Chats und Gruppenchats auf WhatsApp, Signal, Instagram und anderen Plattformen.
  • Säubere deinen Browser, z. B. Cache und Verlauf löschen, Lesezeichen entrümpeln, alle Tabs schließen, unnötige Browsererweiterungen rauswerfen.
  • Überprüfe deine Benachrichtigungen, z. B. schalte Benachrichtigungen stumm, die deine Konzentration herausfordern, und lege Ruhezeiten fest.
  • Führe Updates durch, z. B. Software- und Systemupdates.
  • Überprüfe deine Apps, z. B. lösche Apps, die du nicht mehr verwendest, weil sie dein Telefon verlangsamen. Lösche den Cache deiner Apps (auf Android über Einstellungen > Apps > bestimmte Apps auswählen, auf dem iPhone über Einstellungen > bestimmte Apps auswählen).
  • Optimiere die Ordner- und Dokumentenstrukturen.
  • Erstelle eine Struktur, mit der du wirklich arbeiten kannst, besonders für Bilder und Videos.
  • Wechsle in den Dark Mode (auf OLED-Displays, wenn es deinen Augen gut tut), denn Dark Mode spart auf OLED-Bildschirmen Energie.

Räume bei der Webseite und deinem Social Media auf

  • Entrümple dein Website-Backend, z.B. leere den Papierkorb, lösche ungenutzte Medien, lösche Entwürfe, lösche Plugins, die du nicht mehr brauchst, lösche Seitenüberarbeitungen.
  • Führe Updates durch, z. B. Plugin-, Themen- und System-Updates.
  • Entrümple deine Posts in den sozialen Medien, z. B. indem du alte und unnötige Beiträge löschst (Qualität vor Quantität).
  • Entferne alle Follower in den sozialen Medien, z. B. alle Fake- oder Spam-Profile, die dir folgen.
  • Überprüfe deine Benachrichtigungen, z. B. indem du Benachrichtigungen stummschaltest, die deine Konzentration stören.

Was hast du sonst noch digital gespeichert?

Räume deine digitalen To-Do-Listen, Management-Tools und Design-Dokumente auf (ich weiß von den hundert versteckten Design-Elementen). Überprüfe deine Dokumenten-Workflows. Denke an die vielen kleinen digitalen Ecken und Winkel. Es gibt viel, was nicht mit in’s nächste Jahr genommen werden muss und nur unnötig Platz auf Datenservern verbraucht.

Und jetzt?

Let’s go. Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um auch die digitale Ablage mal durchzuforsten und gründlich auszumisten. Nutz‘ die Zeit. Die Natur wird es dir danken und du kannst besseren Gewissens in’s neue Jahr starten.

Also fang jetzt an aufzuräumen oder leg dir einen Blocker in den nächsten zwei Wochen in deinen Kalender. Ready? Set? Go!

Lass‘ mich gerne auf LinkedIn oder Instagram wissen, was du alles löschen konntest und teile den Beitrag mit Kolleg:innen, Mitarbeiter:innen und Freund:innen.

Hab‘ eine wunderschöne Woche!

Liebe,
Sandy

Hi, ich bin Sandy, die Autorin dieses Blogs und UX/UI-Designerin mit 10+ Jahren Erfahrung. 2019 hab ich Green the Web gegründet, um meine Leidenschaft, Ideen und Visionen für ein nachhaltiges Web mit Changemakern wie dir zu teilen. Lass uns auf LinkedIn oder auf Instagram @greentheweb connecten, diskutieren und Ideen auzutauschen.